Kommt das überhaupt Geld an?

Für den Gründer der Kinderstiftung „Die Arche“, Bernd Siggelkow, geht die geplante Kindergrundsicherung am Ziel der wirklichen Teilhabe vorbei. „Die Frage ist: Kommt das Geld tatsächlich bei den Kindern an oder wird es vielleicht eher genutzt, um Löcher in den Familien zu stopfen?“, sagte Siggelkow in der RRB-Abendschau. 

Seiner Ansicht nach wäre es besser, wenn soziale Einrichtungen mehr Geld für Kinder ausgeben oder Schulen ein kostenloses Frühstück für bedürftige Schüler einrichten könnten. Darüber sei aber überhaupt nicht nachgedacht worden, kritisierte er.

Vom Jobcenter finanziert: Arche fordert App, um Kinder zu unterstützen

Die Arche fordere stattdessen seit langem eine Bezahl-App, die Kinder nutzen können, beispielsweise beim Anspruch auf Nachhilfe oder bei Sportvereinen. Das Geld würde dann direkt beim Jobcenter abgebucht – und komme dann wirklich beim Kind an, so Siggelkow.

Für den Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, ist vor allem der Betrag ein Problem. „2,4 Milliarden sind eine schlichte Enttäuschung. Was hier verabschiedet wurde, ist eine Verwaltungsvereinfachung, die bisherigen Leistungen werden neu zusammengestellt. Aber, wie der Finanzminister sagte, es gibt keine wirkliche Leistungsverbesserung für die Kinder“, sagte Schneider dem Fernsehsender Phoenix.

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Die Ampel-Koalition hatte sich in der Nacht zum Montag nach monatelangem Streit auf ein Modell zur Kindergrundsicherung geeinigt. Darin sollen bisherige Leistungen für Kinder gebündelt werden; also etwa das monatliche Kindergeld, der Kinderzuschlag für Menschen mit geringen Einkommen und das Bürgergeld für Kinder.

Letztlich wurde ein Kompromiss beschlossen: Familienministerin Lisa Paus (Grüne) hatte anfangs zwölf, dann sieben Milliarden Euro pro Jahr veranschlagt. Finanzminister Christian Lindner (FDP) wollte nur zwei Milliarden Euro bereitstellen, woraufhin die Grünen-Ministerin sein Wachstumschancengesetz blockiert hatte. Nun sind es 2,4 Milliarden Euro. Vor allem die Sozialverbände hatten gehofft, dass Lisa Paus noch mehr herausholt. Sie hatten 24 Milliarden Euro gefordert.

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