Wenn die Nachbarn von Friedrich Merz den Asyl-Aufstand proben

Der Ball lag für AfD-Chefin Alice Weidel auf dem Elfmeterpunkt. „Ausgerechnet“ in der Heimatstadt von Friedrich Merz „beenden die Bürger selbst die verhängnisvolle Asylpolitik von CDU-Landesregierung und Ampel“, schrieb sie auf Twitter und fügte genüßlich hinzu: „Bürgerprotest funktioniert – es lohnt sich, die eigene Stimme zu erheben!“

Die Heimatstadt des CDU-Vorsitzenden heißt Arnsberg, hat etwa 75.000 Einwohner, liegt im beschaulichen Sauerland und steht sinnbildlich für das Chaos, die Wut und die Verzweiflung, die die Asylpolitik überall in Deutschland hinterläßt – bis weit hinein in das, was abschätzig gern „Provinz“ genannt wird. Die spektakuläre Wende im Fall der Arnsberger Asylunterkunft, bei der ein Unternehmer unter dem tosenden Applaus Hunderter Anwohner sein Angebot zurückzog, ein Kloster zum Migranten-Heim zu machen, ist dann aber doch nochmal ein besonderes Ausrufezeichen.

Die Geduld ist erschöpft

Denn in der überfüllten Gemeindehalle schimpfte nicht der ominöse „politische Rand“, sondern die Mitte der Gesellschaft. Und sie hat ganz offensichtlich die Geduld verloren. Die Geduld mit einer Bundesregierung, die gar nicht daran denkt, die Massenmigration nach Deutschland zu stoppen. Die Geduld mit „Unternehmern“, die ihre Bruchbuden auf dem Rücken der Einwohner in Asyl-Gold machen wollen. Die Geduld mit einer überforderten lokalen Verwaltung, die alles mit den Bürgern macht, außer sie ernst zu nehmen.

So fiel den angereisten Fachbereichsleitern diverser Dezernate auf drängende Fragen der Arnsberger Bürger zu Kriminalität und dem Verlust der Lebensqualität nichts ein, um die Befürchtungen zu zerstreuen. Wie auch? Daß es einen Zusammenhang zwischen Gewaltkriminalität und der Masseneinwanderung junger, kulturferner Männer gibt, hat sich mittlerweile bis in das letzte Dorf herumgesprochen. Es gibt einfach zu viele berüchtigte „Einzelfälle“.

Wo war Merz?

Die entscheidende Frage im Fall Arnsberg ist allerdings: Warum war eigentlich kein gewählter Politiker vor Ort? Sie sind es schließlich, die Verantwortung für diese Politik tragen. Wo also war Friedrich Merz? Den Wahlkreis gewann er mit deutlichen 40 Prozent. Kein Wort fand der Wahlkreisgewinner bisher zum geplanten Arnsberger-Asylheim. Warum eigentlich? Die örtliche CDU machte aus ihrer Freude über das Scheitern des Asyl-Deals jedenfalls kein Geheimnis.

Aber was soll Friedrich Merz auch sagen? Daß die Ampel-Regierung die fahrlässige Politik der Merkel-Vorgängerregierung beenden soll? Das kann er nicht, ohne die „Merkelianer“ in seiner Partei vor den Kopf zu stoßen. Das Heim befürworten kann er auch nicht – zumindest wenn er in der Nachbarschaft noch von irgendwem zum Kaffee eingeladen werden möchte.

Also schweigt Merz und läßt seine Nachbarn den Asyl-Aufstand allein proben. Souverän ist das nicht. Den Mund aufmachen werden nun andere.


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